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16.05.2019  Gefälschtes Olivenöl verkauft

Produkt aus Italien ging auch nach Deutschland
Foggia Ermittler sind einer Gruppe von Olivenöl-Fälschern auf die Schliche gekommen. Die Kriminellen sollen lange Zeit große Mengen an Öl, das als Natives Olivenöl Extra in den Handel kam, in Deutschland und Italien verkauft haben, wie die Staatsanwaltschaft im italienischen Foggia und die EU-Justizbehörde Eurojust diese Woche erklärten. Es habe Haftbefehle gegen 24 Verdächtige gegeben. Zwei davon seien in Deutschland gegen zwei Italiener vollstreckt worden. Die Verdächtigen sollen Soja- oder Sonnenblumenöl mit verschiedenen Substanzen – beispielsweise mit Chlorophyll und Beta-Carotin – versetzt haben, um es wie Natives Olivenöl Extra aussehen zu lassen. Als solches wurde es dann verkauft.
Beliefert wurden vor allem Restaurants und Geschäfte in Stuttgart, Frankfurt und Berlin, aber auch Restaurants und Supermärkte in ganz Italien, wie Eurojust mitteilte. Alle 15 Tage habe die kriminelle Organisation 23 000 Liter des falschen Olivenöls nach Deutschland versendet. Den Festgenommenen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, illegaler Handel und Lebensmittelfälschung vorgeworfen. Im Laufe der Ermittlungen, die seit 2015 liefen, wurden mehr als 150 000 Liter des verkaufsfertigen Öls beschlagnahmt.
Pro Jahr hätten die Verdächtigen mehr als eine Million Liter des billigeren Öls gekauft, um es zu verfälschen, und für einen höheren Preis zu verkaufen. Jährlich könnten die Verdächtigen damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt haben, rechneten die italienischen Ermittler vor. „Fälle, in denen auf kriminellem Weg mit Lebensmitteln und Futtermitteln finanzielle Vorteile erstrebt werden, erlangen zunehmend an Bedeutung, insbesondere im globalen Markt“, heißt es in einem Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Lebensmittelkriminalität von 2018. (dpa)